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Waggonhalle Marburg

Einmal durch die Werkstatt

Konzeption Relaunch Wordpress Barrierefreiheit

Ein Waggon fährt nicht ewig. Irgendwann kommt er in die Halle: Räder abdrehen, Bremsen prüfen, Lack auffrischen. Dann rollt er wieder raus. Bei Websites ist das nicht anders – nur dass sie dabei weiterfahren müssen.

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Die Waggonhalle Marburg ist seit 1996 das, was aus einem Bahn-Betriebswerk werden kann, wenn man es lässt: Theater, Konzerte, Varieté, Kindertheater, Lesungen. Dazu eine Gaststätte, Räume für Feiern und Tagungen, sogar Betten. Ein Haus mit vielen Türen.

Vor fünf Jahren haben wir dem Haus seine Website gebaut. Sie hat gehalten. Aber in fünf Jahren wächst so ein Programm, und mit ihm wächst die Zahl der Dinge, die man auf einer Startseite gerne unterbringen möchte. Irgendwann stand da alles. Und deshalb nichts mehr im Vordergrund.

Und da kamen wir wieder ins Spiel. Nicht mit einer neuen Website – das Haus stand ja. Sondern mit einem gründlichen Werkstattbesuch.

Vier Wege in die Waggonhalle

Wer auf der Startseite landet, will meistens eines von vier Dingen: eine Vorstellung sehen, einen Raum mieten, essen gehen oder übernachten. Genau so steht es jetzt da. Vier Kacheln, vier Wege, kein Umweg.

Darüber läuft, was als Nächstes gespielt wird – groß, mit Bild und Datum. Das Menü in der Kopfzeile ist von sieben Punkten auf vier geschrumpft, dazu einer, der immer dasselbe verspricht: Programm. Weniger Auswahl. Mehr Entscheidung.

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Ein Programm, das sich sortieren lässt

Knapp achthundert Veranstaltungen liegen im System. Das ist großartig für ein Haus dieser Größe und eine Zumutung für jede Liste.

Also haben wir Filter gebaut, die niemandem erklärt werden müssen: Monat auswählen, Genre antippen, Ausverkauftes ausblenden – oder einfach den Namen der Band ins Suchfeld tippen. Bei den Genres haben wir nicht die ganze Kategorienliste aus dem System gekippt, sondern die neun stehen lassen, nach denen tatsächlich jemand sucht. Konzert, Theater, Comedy, Varieté und so weiter. Der Rest arbeitet im Hintergrund weiter.

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Auf der Veranstaltungsseite führt jetzt ein Knopf zu den Karten statt eines Symbols, das man erst finden musste. Preise, Termine und der Hinweis, ob im Theatersaal oder in der Gaststätte gespielt wird, stehen beieinander statt verstreut im Text. Und Vorstellungen, die vorbei sind, sagen das auch – und halten sich aus den Suchmaschinen heraus, damit niemand über einen Abend vom letzten Winter stolpert.

Barrierefrei ist keine Kür

Die Frage kam vom Haus selbst, und sie war die richtige. Ein Kulturzentrum, das sich um seine Gäste kümmert, sollte damit anfangen, bevor sie durch die Tür kommen.

Also: ein Sprunglink, der die Tastatur direkt zum Inhalt bringt. Ein Bilderwechsel, der sich anhalten lässt – und der bei allen, die Bewegung im Browser abgestellt haben, gar nicht erst losläuft. Sichtbare Rahmen überall dort, wo vorher nur zu ahnen war, in welchem Feld man gerade steht. Und ein Orangeton, der auf hellen Flächen endlich genug Kontrast mitbringt. Optisch merkt man den Unterschied kaum. Messen kann man ihn.

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Umbau bei laufendem Betrieb

Der Umzug war dann die eigentliche Kunst. Denn während wir gebaut haben, lief das Haus weiter: Karten wurden verkauft, Öffnungszeiten geändert, Termine nachgetragen. Ein einfaches Überschreiben hätte all das mitgenommen.

Also sind wir seitenweise vorgegangen – hier der neue Stand, dort nur ein Block entfernt, und die Gastronomie ganz in Ruhe gelassen, weil das Team dort zuletzt selbst gepflegt hatte. Vorher ein vollständiges Backup, hinterher jede Seite einzeln nachgesehen. Die Gäste haben von der Werkstatt nichts gemerkt.

Geblieben ist eine kurze Anleitung für die Redaktion: wie die Bilder gemeint sind, zwei zu eins bitte und groß genug für den Kopfbereich. Damit die nächsten Jahre auch ohne uns gut aussehen.

Räder abgedreht, Bremsen geprüft, Lack aufgefrischt. Und weiter geht's.

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