3 Tricks für Sublime Text
Der selbstgestaltbare Werkzeugkasten eines Programmierers

Sublime Text ist der selbstgestaltbare Werkzeugkasten eines Programmierers. Zwar gibt’s nicht viele Updates, aber immer wieder fallen einem Sachen auf, die in der Software bereits schon vorhanden waren. In diesem Beitrag werde ich auf drei kleine Tricks eingehen, die ich auf diesem Weg erst relativ spät für mich entdeckt habe und die mir die Arbeit mit Sublime sehr erleichtern.

Trick Nummer 1: Sublime Projects

Alte Sublime Text-Veteranen kenn dieses Feature vielleicht längst: Wenn man zum Beispiel viel zwischen verschiedenen Projekten rumhüpft (hier mal ein Bugfix und hier mal ein neues Feature), dann hat man entweder viele Fenster und Tabs offen oder man schließt sie ganz und öffnet sie später neu.

Sublime Projects ermöglichen es, zwischen verschiedenen Projekten hin und her zu springen – ohne dabei die momentan offenen Dateien zu schließen. Stellt euch vor, man würde für das Projekt kurz die Zeit stoppen, bis man sich wieder an die Arbeit macht. Selbst ungespeicherte Dateien oder Änderungen bleiben unberührt.

Kleines Tutorial, wie man ein Projekt einrichtet:

  1. Die Ordner und Dateien einrichten, die als Project abgespeichert werden sollen
  2. Die Command-Palette öffnen (Mac: ⌘ + ⇧ + P, Windows: Strg + ⇧ + P)
  3. Project: Save as … auswählen und Speicherort festlegen
  4. Ist das alles getan, kann man über die Shortcuts (Mac: ctrl + ⌘ + P, Windows: Strg + alt + P) dieses Projekt jederzeit wieder aufrufen und zwischen diesen Projekten switchen.

Man merkt, dass man in einem Projekt drin ist, wenn in der Titelzeile von Sublime Text Dateiname - Projektname steht.

Trick Nummer 2: Bearbeitung von größeren Dateien an mehreren Stellen

Große Legacy-Dateien mit allem drin: PHP, HTML, CSS, Javascript. Wer kennt sie nicht? Vor allem macht es Spaß, wenn man diese an verschiedenen Stellen gleichzeitig bearbeiten muss – scroll, scroll, scroll ….

Sublime Text verschafft hier Abhilfe – man kann die Datei mehrmals gleichzeitig öffnen. Ja, richtig gelesen. Dies, kombiniert mit dem Split-Layout, ergibt eine Übersicht, die sich echt gewaschen hat.

Aber eins nach dem anderen – wie geht das überhaupt?

  1. Die gewünschte Datei öffnen
  2. Wieder die Command-Palette öffnen wie bei Trick Nummer 1
  3. Command File: new view into File auswählen

Jetzt sollte die Datei zwei mal offen sein. Dieser Schritt lässt sich so oft wiederholen, wie man möchte.

Um das Split-Layout zu aktivieren, klickt man oben auf der Leiste View->Layout->Columns: 2 um zwei Spalten zu erstellen.

Nun kann man von der ersten Spalte aus den zweiten View in die zweite Spalte ziehen – et voilà, zwei Stellen können nun (fast) gleichzeitig bearbeitet werden. Änderungen werden sofort mit den anderen Views synchronisiert.

Trick Nummer 3: Transparenz und Konfiguration

Selbst wenn man nicht in Dokumentationen oder im Internet stöbert (und zum Beispiel diesen Beitrag liest), kann man alle möglichen Konfigurationsmöglichkeiten und Aktionen in Sublime Text einsehen.

Zum Beispiel möchte ich mir die Standardkonfigration anschauen und anpassen. Dazu gebe ich in die Command-Palette Settings ein. Sofern man die neueste Version hat, sieht man jetzt die Default-Settings immer links und die User-Settings rechts.

In den Default-Settings kann man nun die Settings und deren (Standard-)Werte ansehen. Diese kann man über die User-Settings überschreiben. Das bedeutet, alles ist konfigurierbar.

Big trick: Jede Aktion von Sublime Text kann als Snippet angelegt werden, indem man jeden command als Shortcut in den Key Bindings hinterlegt.

Um die commands zu loggen, öffnet man die Sublime Text Console (View->Show Console) und gibt den Befehl sublime.log_commands(True) ein. Achtung: True wird tatsächlich großgeschrieben.

Jetzt die gewünschte Aktion durchführen, die zum Shortcut umgewandelt werden soll, und in der Konsole nachschauen:

command: close
command: prompt_open
command: clone_file
	

Beispiel: Wir wollen einen Shortcut für obenstehenden Trick Nummer 2 machen – die Aktion wird hier als clone_file aufgelistet.

Als Snippet mit der Tastenkombination strg+b sieht es so aus:

{ "keys": ["ctrl+b"], "commands": "clone_file" }
	

Diese Zeile kann man in die Key Bindings-JSON Datei einbinden und sofort verwenden.

Um die commands nicht mehr zu loggen, gibt man einfach sublime.log_commands(False) in die Konsole ein.